Toki kehrt zurück
C64-Fußball, Neo-Geo-Pläne und Arcade-Nachschub für den Amiga
Diese Woche schauen wir auch über den Amiga-Tellerrand: Toki soll gleich mehrere klassische Plattformen erobern, auf dem C64 treffen Fußball und Kartenstrategie aufeinander, und für Amiga-Freunde gibt es neue Spieleports sowie Verbesserungen bei Emulation und Netzwerksoftware.

Amiga & Neo Geo: Toki bekommt offiziell lizenzierte Neuauflagen
New Old Pixels hat am 12. Oktober drei neue Umsetzungen des Arcade-Klassikers Toki bestätigt: für Amiga AGA, Neo Geo und Sega Mega Drive. Grundlage ist das Spielhallenoriginal von 1989. Nach Angaben des Studios sollen Grafik, Animationen, Musik und Spielgefühl möglichst originalgetreu auf die jeweilige Hardware übertragen werden.
Für alle drei Fassungen sind physische Ausgaben vorgesehen, die auf den Originalgeräten laufen. Damit ist die Ankündigung auch für Neo-Geo-Sammler interessant. Einen konkreten Veröffentlichungstermin nennt das Studio bislang nicht; weitere Informationen zu Verpackung, Ausstattung und Entwicklungsfortschritt sollen folgen.
Amiga: Gun.Smoke 1.1 verbessert die Western-Schießerei
Modern Vintage Gamer hat seine inoffizielle AGA-Umsetzung von Gun.Smoke auf Version 1.1 gebracht. Das Update ergänzt weitere diagonale Schussrichtungen und korrigiert unter anderem das Wiedererscheinen der Gegner nach einem verlorenen Leben sowie einen fehlenden Bossgegner im zehnten Abschnitt.
Hinzu kommen dauerhaft gespeicherte Einstellungen, eine zusätzliche Turbo-Autofire-Option und Triple Buffering gegen bestimmte Ruckler. Die CD32-Fassung erhält außerdem CD-Audio-Musik aus dem Arcade-Original. Die Aktualisierung bietet damit auch Spielern, die bereits die erste Version ausprobiert haben, einen konkreten Grund für einen erneuten Ausflug in den Wilden Westen.

Amiga: Cho Ren Sha 68k kommt vom X68000
Mit Cho Ren Sha 68k erreicht ein vertikal scrollendes Shoot ’em up vom Sharp X68000 den Amiga. Entwickler apolkosnik verwendet den ursprünglichen Programmcode und bildet die benötigte X68000-Hardware in Software nach. Die Bildausgabe erfolgt über AGA oder eine RTG-Grafikkarte.
Vorausgesetzt werden AmigaOS 3.x und mindestens ein 68020; für AGA nennt die Dokumentation mindestens 8 MB Fast RAM. Die Leistung hängt deutlich von der Ausstattung ab: Für einen A1200 mit Standard-CPU nennt der Entwickler lediglich etwa neun bis zehn dargestellte Bilder pro Sekunde. Ein beschleunigter Amiga ist daher für diesen Port besonders interessant. Diese Werte stammen aus der Projektdokumentation, nicht aus einem eigenen Test.

C64: Arlasoft Soccer bringt Sensi-Flair auf den Brotkasten
Arlasoft Soccer greift das Spielgefühl von Sensible Soccer auf und überträgt es auf C64 und C128. Zur Auswahl stehen Partien gegen den Computer oder einen zweiten Spieler, Freundschaftsspiele und ein Pokalwettbewerb mit 16 Mannschaften. Unterschiedliche Formationen, Schwierigkeitsstufen und Spielfeldtypen ergänzen das Paket.
Der Entwickler beschreibt ausführlich, wie Berechnungen und Abläufe für den langsameren 8-Bit-Rechner vereinfacht wurden. Auf dem C64 können weiterhin Verlangsamungen auftreten; die zusätzliche Rechenleistung des C128 soll diese deutlich reduzieren. Beide Fassungen stehen als Diskettenimages zum Download mit frei wählbarem Betrag bereit.

C64: Fate’s Hand 64 verbindet Dungeon-Abenteuer und Kartenstrategie
In Fate’s Hand 64 entscheidet das zusammengestellte Kartendeck über den Erfolg im Dungeon. Das Fantasy-Abenteuer führt durch 40 Kampfabschnitte und bietet 42 Karten sowie 13 Relikte. Wechselnde Begegnungen und Belohnungen sollen dafür sorgen, dass jeder Durchlauf andere Entscheidungen verlangt.
Die Diskettenfassung läuft auf einem C64 ohne Speichererweiterung. Eine vorhandene REU kann Ladezugriffe reduzieren; alternativ steht eine EasyFlash-Version bereit. An Lagerplätzen lässt sich der Fortschritt sichern. Der Entwickler kennzeichnet das Projekt als KI-unterstützt bei Code und Grafik. Die Downloads sind kostenlos verfügbar.

Emulation: Amiberry 8.4.1 kümmert sich um Speicherstände und Stabilität
Amiberry 8.4.1 behebt mehrere Probleme rund um das Laden von Speicherständen. Besonders der Libretro-Core profitiert: Wiederholtes Laden und automatisch wiederhergestellte Zustände sollen nicht mehr die beschriebenen Abstürze beziehungsweise eingefrorenen Startbildschirme verursachen.
Weitere Korrekturen betreffen Dateipfade, gespeicherte Konfigurationen und die Mausdarstellung. Außerdem wurden Änderungen aus WinUAE übernommen. Für Nutzer, die ihren emulierten Amiga häufig über Speicherstände fortsetzen, sind das besonders relevante Verbesserungen.
AmigaOS 4.1: Neuer Gigabit-Treiber für den Pegasos II
Für den Pegasos II gibt es einen neuen Netzwerktreiber, der den Gigabit-Ethernet-Anschluss unter AmigaOS 4.1 nutzbar machen soll. Das Projekt von Christian Foltin wurde zunächst als funktionsfähige Beta vorgestellt; seit dem 13. Oktober führt OS4Depot einen Download mit der Versionsnummer 1.0.
Der Treiber richtet sich ausdrücklich an die entsprechende Pegasos-II-Hardware. Die Unterstützung eines Gigabit-Anschlusses ist dabei noch kein Nachweis einer bestimmten Übertragungsrate im Alltag. Belastbare eigene Praxismessungen liegen uns hierzu bislang nicht vor.


