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Mag+ Wochenrückblick: 3D-Schub, Doom 64 und neue Amiga-Platinen

ca. 4 Min. Lesezeit
Mag+ · Wochenbericht · 3.–9. Oktober 2026

3D-Schub für den Amiga

Doom 64, Heretic II und ein neuer Blick auf den A1200

Diese Woche zeigt sich, wie unterschiedlich die Amiga-Zukunft aussehen kann: Moderne 3D-Schnittstellen holen anspruchsvolle Spiele auf beschleunigte Klassiker, während neue Platinen weiterhin auf Commodores Originalchips setzen. Dazu gibt es frische Strategie- und Actionkost.

Commodore Amiga 1200 bei einem Amiga-Treffen in Gdańsk
Ein originaler Amiga 1200 als Ausgangspunkt für neue Ideen. Symbolfoto, keine Abbildung des A1200+-Projekts. Foto: Wojciech Pędzich / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0. Unverändert; Darstellung verkleinert.
Update · 8. Oktober

PiStorm3D und MiniGL: 3D wird konkreter

Der bereits angekündigte PiStorm3D-Ansatz hat in dieser Woche einen neuen praktischen Anwendungsfall erhalten. Hyperion meldete am 8. Oktober ein Update für die 68k-Fassung von Heretic II, das 3D-Beschleunigung über die neue minigl.library unterstützt. Die Schnittstelle richtet sich nicht allein an PiStorm-Systeme: Auch WinUAE und geeignete RTG-/Warp3D-Konfigurationen werden genannt. Damit ist nicht bloß eine neue Demo zu sehen, sondern ein konkretes Spiel erhält Unterstützung.

Entwickler Steffen Häuser beschrieb gegenüber Amiga-News weitere laufende Portierungsarbeiten. Namen wie Star Wars Jedi Knight II: Jedi Outcast oder Hexen II sind interessant – aber ausdrücklich nicht mit einer fertigen Veröffentlichung gleichzusetzen. Ob MiniGL zum breit genutzten offenen 3D-Unterbau für AmigaOS 3 wird, bleibt abzuwarten.

Veröffentlichung · 6./7. Oktober

Doom 64 findet den Weg auf den Amiga

Arcziii bietet eine Amiga-Fassung von Doom 64 EX+ zum Download an. Die Projektseite datiert die erste Veröffentlichung auf den 6. Oktober; Amiga Future berichtete am 7. Oktober darüber. Voraussetzung ist keine unveränderte A1200-Konfiguration, sondern eine leistungsfähige MiniGL-Umgebung, beispielsweise PiStorm oder eine passende WinUAE-Konfiguration. Damit ist das Projekt vor allem ein Beispiel dafür, was die neue 3D-Infrastruktur möglich macht – nicht für eine wundersame Leistung des originalen AGA-Chipsatzes.

Ein unabhängiger Test liegt diesem Bericht nicht zugrunde. Spannend für einen späteren AGF-Praxistest wären Bildrate, Steuerung, Sound und die Frage, wie weit die Spielbarkeit auf verschiedenen Beschleunigerkonfigurationen reicht.

Originalquelle und Download: Arcziii – Doom64 auf itch.io
Port-Version 0.7.4 · 6. Oktober

Master of Magic: Fantasystrategie für 68k

Grzegorz Korycki arbeitet weiter an einer nativen Amiga-Portierung von Simtex‘ Strategiespiel Master of Magic. Die am 6. Oktober gemeldete Version 0.7.4 verlangt mindestens einen 68020, 8 MB FastRAM und AGA oder RTG. Die ursprünglichen PC-Spieldaten werden separat benötigt. Ein besonders schönes technisches Detail: Musik kann vorab in IMA-ADPCM-Dateien umgewandelt und dann gestreamt werden, statt die CPU mit der ursprünglichen Echtzeitberechnung zu belasten.

Gerade solche Entscheidungen machen den Port für einen Entwicklerbericht interessant: Wo muss man die PC-Architektur bewahren, und wo lohnt sich ein Amiga-spezifischer Umweg?

Projektbericht · 4. Oktober

A1200+: Ein neues Mainboard mit alten Chips

Jeroen Vandezandes A1200+-Projekt verbindet das ursprüngliche Schaltungsprinzip des Amiga 1200 mit einer neu strukturierten Hauptplatine. Originale Bausteine wie Lisa, Alice, Paula, Gayle und die CIAs bleiben nötig; RAM- und Video-Bereiche sind modularer angelegt, außerdem sind modernisierte Stromversorgung und Erweiterungsmöglichkeiten vorgesehen. Statt PCMCIA setzt das Konzept auf CompactFlash am IDE-Anschluss.

Wichtig ist die Einordnung: Der A1200+ ist kein fertig ausgelieferter neuer Amiga. Wer ihn aufbauen möchte, braucht weiterhin die passenden Originalchips und weitere Komponenten. Das macht ihn vor allem zu einem spannenden Hardware- und Reparaturprojekt – und wirft die Frage auf, wie lange solche Neubauten angesichts knapper Originalchips skalierbar sind.

Release / Entwicklungsstand

Kurz notiert: AGA-Koop und ein 3D-Horror-Klassiker

Mit Doody Calls – Turd World War meldet Software Amusements am 6. Oktober einen neuen AGA-Squad-Shooter, der lokalen Koop mit bis zu vier Spielern bietet und bereits auf einem AGA-Amiga mit 2 MB ChipRAM ohne zusätzliches FastRAM starten soll.

Ganz anders gelagert ist die neue Alone in the Dark-Umsetzung: Hier wird laut Projektbericht Mac-68k-Code über eine angepasste Systemschicht auf den Amiga übertragen. Intro, Menüs und Demoablauf funktionieren bereits, vollständiges Gameplay und Speichersystem sind noch Entwicklungsarbeit.

Redaktionsstand: 9. Oktober 2026. Projektmeldungen sind keine eigenen Praxistests; angekündigte Funktionen und laufende Arbeiten sind entsprechend gekennzeichnet.

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